Was macht ein Bild zum Bild?

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„echt? jetzt!“, ein internationales Symposion für Zeitgenössische Fotografie

Foto-Kunst hat sich in den letzten Jahrzehnten etabliert: in den Feuilletons, in Galerien und Museen, in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Die Wertschätzung zeigt sich auch in den Preisen, die „große“ Fotografie mittlerweile auf dem Markt erzielt. Oder in der selbstverständlichen Präsenz etwa einer neuen Gursky-Ausstellung in den Hauptnachrichten der Rundfunk- und Fernsehanstalten. Was vielleicht noch fehlt, zumindest hier in der Region, ist die Reflexion des Mediums, das Gespräch über das Bild.

Dieser Diskurs ist dem Fotografen Martin Rosner schon seit längerem ein Herzensanliegen. Rosner zählt seit seinen großen Ausstellungen in den letzten Jahren zu den auffälligsten Licht-Bild-Künstlern der Region. Er ist ein kompletter Fotograf, bei dem sich das Gespür für Orte, das „Setting“ mit einem klaren ästhetischen Bewusstsein verbindet. Er gehört überdies zu den Künstlern, die wissen und „sagen“ können, was sie tun und warum.

Das „Symposion für Zeitgenössische Fotografie“ am 28. und 29. September, das er konzipiert und organisiert hat, soll unter anderem ein Bewusstsein dafür schaffen, was das „künstlerische Foto“ von einem „beiläufig geknipsten Amateur-Foto“ unterscheidet. Und es untersucht die Bruchstelle zwischen analog und digital, zwischen (vermeintlichem) Abbild und autonomem Bild. Der Titel des Symposions „echt? jetzt!“ verweist auf die Täuschungsanfälligkeit des Mediums und des menschlichen Auges und auf die entscheidende Rolle von Zeitund Zeitbewusstsein in der Fotografie.

Zwei Tage dauert das Symposion: Als Ouvertüre erinnert Dr. Reiner Meyer, der Leiter der Städtischen Galerie, am 28. September ab 20 Uhr im Leeren Beutel unter dem Titel „Der vergessene Fotograf aus Regensburg“ an Max Lohr. Am Samstag ab 10.15 führt Martin Rosner in die Themen des Symposions ein. Dann gibt es vier gewichtige Vorträge: in „Behind Landscape“ widmet sich Dr. Thomas Elsen vom Zentrum für Gegenwartskunst Augsburg dem fotografischen Bild als „globaler Primärsprache des 21. Jahrhunderts“. Bayerns BBK-Chef Klaus von Gaffron macht sein eigenes Metier dann (fast) sprachlos: „wie, was – Fotografie“. Peter Reill von der Akademie der Bildenden Künste München stellt Überlegungen zur „Fotografie im Kunststudium“ an. Referent Andy Scholz beschäftigt sich intensiv mit dem Fotografen Andy Scholz. Schwerpunkt: Analoge und digitale Fotografie in der künstlerischen Arbeit. Und Alicia Bruce, Aberdeen, stellt Überlegungen zur Fotografie als Dokument an.

Zum Abschluss um 14.45 Uhr folgt eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Stand der künstlerischen Fotografie. Und als kleiner Rauswerfer dann der „Impulsvortrag“ von Harald Raab, der mit seiner Foto-Galerie „LichtSchatten“ viele Jahre lang Pionierarbeit in Regensburg geleistet hat, über die „Akzeptanz der Fotografie“, über ihre Verkäuflichkeit, über „Strategien zur Publikumsbildung und Galeriearbeit in der Region“.

Wie es mit der Foto-Kunst in der Region steht – sehr gut nämlich! – davon künden derzeit einige Ausstellungen: „Ansichtssache“ in der Galerie Lesmeister, „Im Bilde – Lebensräume“ im DEZ und die 86. Jahresschau des Kunst- und Gewerbevereins.

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Nah an der Schönheit und am Schrecken
Fotografie hat noch nicht das Publikum, das sie verdient

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